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PeterW

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21

Montag, 27. November 2017, 06:46

Guten Morgen,

ja, die Rasekaninchenzucht ist auf dem absteigenden Ast, so schlimm dies für mich persönlich auch ist. Wir müssen aber einfach realistisch bleiben, wenn wir auch nur noch einen Teil ins nächste Quartal des 21. Jahrhunderts retten wollen.

Aus Tierschutzkreisen hört man deutliche Ablehnung dahingehend, dass Kaninchen nicht mehr als Nutztiere sondern Heimtiere wahrgenommen werden - wie viele unserer Kinder essen noch Kaninchenfleisch ?

Allerdings sehe ich die Hauptprobleme in unseren eigenen Reihen, die nicht bereit sind, sich auf die gegebene "anderen" Bedingungen einzustellen:

- Boxeneinzelhaltung wird nicht mehr akzeptiert, es geht auch anders - nur die Züchterschaft/Preisrichter reagieren nicht bzw. zu langsam. Und es geht sehr wohl....

- Kaninchen werden heute mit den (leider) veränderten Ernährungsmethoden nicht mehr gebraucht, da sie deutlich zu kompliziert für die industrielle Produktion sind - wer kennt eigentlich noch den Geschmack von natürlich aufgezogenem Tierfleisch ?

- Qualzuchten werden von der Gesellschaft nicht mehr akzeptiert - wer züchtet Zwerge nur in der tierschutzgesetzkonformen Typ x Langohr-Regelung ? Ich züchte selbstverständlich nur mit Langohrhäsinnen, die mir 5-7 er Würfe bringen, allerdings kann ich davon nur sehr wenige als Typzwerge ausstellen - welch eine Vergeudung wunderschöner Tiere für Ausstellungen !!

- Rassekaninchenzucht ist zu einem "Sport" mutiert, bei dem es anscheinend nur noch um Preise und Rankings geht - wer züchtet wirklich noch, wer macht Reinerbigkeitsprüfungen, wer selektiert nach Qualität der Mutterleistungen, wer züchtet nach Genotyp - und nicht nur ausschließlich nach Phänotyp für den nächsten (Ausstellungs)Erfolg ?

- Unsere Ausstellungen versuchen mit enorm hohen Meldezahlen zu punkten - wirtschaftlich verständlich -, nur wen interessiert dies denn wirklich, wer geht von Tier zu Tier der gleichen Rasse/Farbenschlag und studiert die einzelnen unterschiedlichen Positionen ? Unsere Bundesschauen sollten der Abschluss und das krönende Ende der Ausstellungssaison sein und nicht das Meeting derer, die es sich noch finanziell leisten können.

- Und letztendlich sind es die Züchterinnen selbst, die nach der Methode "weiterso" die Rassekaninchenzucht immer mehr an den Rand bringen - neue Ideen werden auch hier im Forum von einigen, die meinen, die Rassekaninchenzucht für sich als Relikt erhalten zu müssen, abgeschmettert mit nicht gerade positiven Argumenten - vielleicht können sie gar nicht erklären, warum die Kaninchenzucht und deren Organisation genau in dieser Form weiterbestehen sollte ?

mfg Peter

Wurli

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22

Montag, 27. November 2017, 07:16

Ich hab mich hier angemeldet um weitere Infos & Co zu bekommen.

Als früherer "Kuschelkaninchenhalter" hatte ich heuer zum ersten Mal Nins für "Sibirien" um meinen Speiseplan zu erweitern, bzw wenn mal was fällt das man Ausstellen kann hätte ich auch nix dagegen

Was mich noch von einer Zucht abhält ist die Haltung.
Buchtenhaltung will ich vermeiden, sofern möglich hätte ich gerne Gruppenhaltung (und da bräuchte man viel Platz); allein schon mal weil das Fleisch "anders" ist.
Dh werde ich es mal kleiner halten mit ca 2 Häsinnen inkl. Nachwuchs.

leotrulla

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23

Montag, 27. November 2017, 08:14

Hallo zusammen,

erst einmal meinen herzlichen Dank an Peter. In Deinem Beitrag stellst Du genau die Fragen, die schon längst gestellt und beantwortet hätten werden müssen, auch öffentlich, insbesondere von Verbandsseite. Ich hoffe auf Antworten und bin mal gespannt.

Was mich noch von einer Zucht abhält ist die Haltung.
Buchtenhaltung will ich vermeiden, sofern möglich hätte ich gerne Gruppenhaltung (und da bräuchte man viel Platz); allein schon mal weil das Fleisch "anders" ist.
Was verstehst Du unter Buchten (Maße), Wurli? Buchten, in denen ein DR höchstens diagonal liegen kann, sind indiskutabel, da bin ich ganz bei Dir und ja, es mag, als Schattenseite der Ausstellungszucht, Buchten in "DIN A4" geben, da zu viele Tiere auf viel zu wenig Raum untergebracht werden, um Pokale zu erringen. Ich hoffe, es handelt sich um eine zunehmend schwindende Anzahl von Züchtern.

Ich finde, beide Haltungsformen haben ihre Vor- und Nachteile und ich möchte mich da auch nicht festlegen, gleich gar nicht lassen. Einerseits habe ich ganz wundervolle, liebenswerte Zuchttiere, die aber vollkommen unverträglich und äußerst robust mit anderen Artgenossen umgehen und andererseits gibt's auch die gelebte, langohrige Harmoniesucht und die leben in der Gruppe.
Sind die Buchten groß genug, meine sind 1,5 x 0,8 x 0,75m und mit Ruhebrettern ausgestattet, dann wage ich zu behaupten, dass sich auch darin Kaninchen in Einzelhaltung wohlfühlen können. Gleichzeitig kann ich aber, da wo möglich, auch der Gruppe in Freilandhaltung etwas abgewinnen. Es kommt halt darauf an, artgerecht ist beides nicht. Übrigens, hinsichtlich der Fleischqualität konnte ich diesbezüglich noch keinen Unterschied ausmachen.

Gruß

Thomas
Ich bin gut im Multitasking. Ich kann gleichzeitig reden und Situationen verschlimmern.

Wurli

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24

Montag, 27. November 2017, 08:37

Ich meine damit die Maße die laut Tierschutzgesetz vorgeschrieben sind und wo meist auch noch 2-3 mal jährlich ein gr. Wurf mit drinnen ist.

Da ich früher als geplant wieder Nins bekommen habe und über den Winter (wegen dem Schnee) die Freilandhaltung nicht geht müssen sie leider auch in nen Stall mit kl. Freilauf
Buchtenstall mit ca. 2 x 0.9 wäre zur Not auch vorhanden.

Klar das auch Freiland oder Gruppenhaltung nicht artgerecht ist...

PeterW

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25

Montag, 27. November 2017, 09:10

Hallo Wurli,

Warum ist Gruppen- und Freilandhaltung nicht artgerecht ? Besser, was ist überhaupt artgerechte Haltung von Haus/Nutztieren ? Auch bei anderen Haustierarten wird nicht das strenge Maß wie bei Wildtieren angelegt, warum dann bei Kaninchen ?

Schauen wir doch mal ganz realistisch:

Die Gruppenhaltung von Kaninchen in Laufkäfigen mit entsprechender Ernährung ist gesellschaftlich akzeptiert, am besten noch kastriert und getreidefrei....

Wie einseitig diese Einstellung ist brauche ich RassekaninchenzüchterInnen, die sich zum Wohle der Tiere mit der Rassekaninchenzucht beschäftigen, nicht zu sagen, die Tiere haben schlicht sich dem Diktat der BesitzerInnen zu beugen und glücklich zu sein, Punkt!

Wenn man etwas tiefer in die Thematik einsteigt wird dann schon klarer, warum sich die allgemeine Meinung unter Tierschutzgesichtspunkten so verändert hat, nicht unschuldig daran sind unsere AusstellungszüchterInnen, deren Tiere nur nach "Preiswert" beurteilt werden, alle anderen Tiere landen .....???!!!

Bitte vergesst auch nicht, dass die Tierfuttermittel- und Zubehörindustrie bestimmte Interessen hat, die sie sehr wohl zu vertreten weiß. Tiere sind schlicht auch ein "Geschäft", die steigenden Zahlen belegen dies eindrucksvoll. Die Produkte, die angeboten werden, passen perfekt in unser heutiges Leben...

Früher waren Kaninchen neben dem Braten und dem Fell auch noch wertvoll im Sinne eines Zuchtergebnisses, man war stolz auf seine Tiere, die bei Ausstellungen ein "sehr gut" errungen hatten !!

Heute zählt für die Ausstellungszucht nur doch der "Preis", alle anderen Tiere sind "Nebenprodukt" , die in Tierheimen oder sonst wo landen....wie sollen Nichtfachleute anders urteilen als das, was sie sehen -

es werden viel zu viel Kaninchen "produziert", die dann nicht artgerecht gehalten werden und dies widerspricht natürlich dem Tierschutzgedanken...

Wir brauchen nicht darüber zu diskutieren, dass je nach Geschmack der "Halterinnen" die unterschiedlichsten Rassen produziert werden, über Sinn und Unsinn lässt sich nicht mal mehr streiten, was viel Geld bringt wird geliefert....

Dass unsere Gesellschaft perverse Forderungen an sich selbst stellt wissen wir schon lange, nur dass wir ihnen auch nachkommen ist unser verschulden -- bei Hunden ist es nicht unüblich, ein Jahr zu warten, bis man eine bestimmte Rasse bekommt.

Kurz, es gibt bereits viele Ansätze, Rassekaninchenzucht und Tierschutz(Gedanken) unter eine Haube zu bekommen, es mangelt allerdings noch deutlich an der Umsetzung und an dem Willen, es zu tun.

Langfristig bin ich mir absolut sicher, dass der Tierschutzgedanke gerade bei unseren Tieren sich durchsetzen wird - es liegt in unserer Hand, die Veränderung mitzugestalten - oder überrollt zu werden.



mfg Peter

Wurli

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26

Montag, 27. November 2017, 10:04

Meine damit; besser geht's immer(zb unbegrenzter Freilauf)... will dh für die Tiere und mich nen guten Mittelweg finden.

Meine Nutztiere und deren Nachwuchs habe ich für mich, auch wenn ich bei dem einen oder anderen versucht es zu vermitteln weil mans nicht unbedingt schlachten will.

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27

Montag, 27. November 2017, 14:40

Ich denke, dass alle Nutztierhaltung in Privathand zurück geht, nicht nur Kaninchenhaltung.
Das ist der Zeit geschuldet.

Nach 8 Stunden Arbeit, Plus 0,45 Stunden Pause, Plus den jeweiligen Anfahrtwegen, ist bei einem voll arbeitenden Menschen, die Hälfte des Tages verplant.
In der wenigen Freizeit, beschäftigen sich dann auch nur noch wenige mit Nutztierzucht.
Es gibt auch weniger Ziegen, weniger Schafe, weniger Enten und Gänse in privater Hand, das liesse sich fortsetzen....
Es macht einfach Mühe und nimmt viel Zeit in Anspruch, die Tiere zu versorgen.
Mancher sieht die Tierhaltung auch als Arbeit und nimmt Tierzucht gar nicht so als Ausgleich oder Hobby wahr.

Was dann bleibt, sind einige angagierte Züchter in Vereinen, die die Kaninchenzucht weiter betreiben.
Den Aktiven sind eine Menge Kaninchenkrankheiten beschert, die die Zucht auch nicht einfacher machen.
Deshalb fallen auch viele Schauen aus, in diesem Jahr und auch im vorigen Jahr schon.
Wo RHD2 viele Bestände vernichtet, sind auch weniger Tiere zum ausstellen.
Einige werden dann ihre Tiere zurück halten, weil sie keinen Impfstoff besorgen konnten, einigen ist die Gefahr generell zu groß und schon ist man ein weiteres Mal bei sinkenden Meldezahlen angekommen.

An deiner Stelle, würde ich nicht im stillen Kämmerlein Tiere basteln, sondern in einen Verein gehen.

Und die Vereinszüchter unterstützen.
_ballon_ In der Ruhe liegt die Kraft. _ballon_

28

Montag, 27. November 2017, 22:17

- Boxeneinzelhaltung wird nicht mehr akzeptiert, es geht auch anders - nur die Züchterschaft/Preisrichter reagieren nicht bzw. zu langsam. Und es geht sehr wohl....

Hallo Peter
Theoretisch geht es schon, praktisch allerdings meist nicht. Ich bin in einem typischen "Siedlungshaus" aufgewachsen. Was das ist, brauche ich dir bestimmt nicht erklären. Heute stehen in meiner Straße genau noch zwei dieser Siedlungshäuser. Da wo die anderen waren, stehen jetzt riesige Mehrfamilienhäuser. Mit dem sterben der Siedlungshäuser, ist auch die Tierhaltung am Haus mit gestorben. Das sollte auch mal jedem klar werden. Es wird immer gejammert, das der Nachwuchs fehlt, wo sollen die denn ihre Tiere halten? Wenn jetzt auch noch auf Freilandhaltung gepocht wird, dann kann eine Bundesschau in einer größeren Turnhalle durchgeführt werden. Ich glaube nicht, das die Mehrheit der Züchter ein landwirtschaftliches Anwesen besitzen. Ich weiß es allerdings nicht.
- Rassekaninchenzucht ist zu einem "Sport" mutiert, bei dem es anscheinend nur noch um Preise und Rankings geht - wer züchtet wirklich noch, wer macht Reinerbigkeitsprüfungen, wer selektiert nach Qualität der Mutterleistungen, wer züchtet nach Genotyp - und nicht nur ausschließlich nach Phänotyp für den nächsten (Ausstellungs)Erfolg ?

Dem kann ich auch nicht ganz zustimmen. Wäre es wirklich so, das es nur noch um Preise und Pokale ginge, dann würde niemand mehr Rassen züchten mit denen man eigentlich keinen Pokal gewinnen kann. Die Rassenvielfalt die wir im ZDRK haben, würde sich ganz schnell auf ein Minimum reduzieren.

Gruß
Franz

Bine

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29

Dienstag, 28. November 2017, 06:42

Guten Morgen allerseits
Ich möchte mich zu dem Thema auch einklinken.
Ich habe als Neuling im Ballungsgebiet die Erfahrung gemach.
Erst stört der Standort der Stallungen den Nachbarn.
Dann brauch ich eine Genehmigung um einen Größere Umbauung an die Ställe zu bringen.
Den Mist kann ich nur auf kulanz bei einer Biogassanlage
abgeben. Der Bauer bei dem ich Heu und Stroh beziehe muss extra wegen mir kleine Ballen
pressen und sie für mich lagern. Dann müssen viele Tiere geschlachtet werden. Wer macht
das und wohin legal mit den Schlachtabfällen?
Auserdem das der Aufwand für das Hobby sehr groß ist müssen bei
Nachwuchszüchtern die Eltern voll dahinter stehen.
Also selbst wenn wir das den teenes schmackhaft machen können haben wir noch lange nicht
die Eltern überzeugt.
Alles nicht so einfach.
Gruß Sabine

Wurli

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30

Dienstag, 28. November 2017, 07:12

Ich poche nicht auf Freilandhaltung!
Ich will nur für MICH die annähernd Artgerechteste Haltung die ich bieten kann.

Kann Bine da leider nur recht geben.

Auch ist man als Halter von mehr als einer Handvoll Tieren ja gleich auch mal ein "Tiermessie" besonders wenn die in kl, Käfigen/Buchten gehalten werden; auch am Land.

leotrulla

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31

Dienstag, 28. November 2017, 07:26

Guten Morgen,

Es wird immer gejammert, das der Nachwuchs fehlt, wo sollen die denn ihre Tiere halten?
...richtig, Wohnen wird immer urbaner, das gilt auch für die Reihenhaussiedlung im Vorort, und da ist höchstens Platz für Hund und Katz, vielleicht noch Giftschlangen, weil die am leisesten sind. :whistling:

Erst stört der Standort der Stallungen den Nachbarn.
Das ist leider nicht nur in der Stadt, sondern auf dem Lande zunehmend so. Da ziehen naturverbundene, progressive Städter aufs Land, um binnen Kürze darüber Klage zu führen, dass dort Hähne krähen.

Auch ist man als Halter von mehr als einer Handvoll Tieren ja gleich auch mal ein "Tiermessie" besonders wenn die in kl, Käfigen/Buchten gehalten werden; auch am Land.
..... ich ahne was Du meinst, doch ist das mehr gefühlt als sachlich begründet. Niemand hindert Dich, Buchten 4 x 1 x 0,75 m zu bauen, so wie es ein Bekannter von mir praktiziert, der genau die gleichen Vorurteile wie Du gegen Buchtenhaltung hatte. Ich finde, Großbuchten sind das Beste, was Zuchtkaninchen passieren kann, auch und gerade in der dunklen Jahreszeit.

Ich denke, das grundlegende Problem der Rassekaninchenzucht ist, dass es an anstrengungsbereiten, faszinierten jungen Menschen fehlt. Diese zu identifizieren, zur Zucht zu motivieren und zu fördern obliegt den Vereinen. Zur Art und Weise, wie diese unterwegs sind, lässt sich m.M.n. keine pauschale Aussage treffen. Alles Andere Drumherum, ließe sich aber irgendwie schon regeln.

Gruß

Thomas
Ich bin gut im Multitasking. Ich kann gleichzeitig reden und Situationen verschlimmern.

PeterW

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32

Dienstag, 28. November 2017, 15:10

Hallo zusammen,



Franz, ich habe bewusst BoxenEINZELhaltung geschrieben, da gewinnst Du nirgendwo mehr einen Blumentopf, da sind sich Tierschutz und Tiermedizin absolut einig. Ich habe schon seit Jahren Paarhaltung auf 1-2 qm, absolut kein Problem und sehr "Platzsparend".

Ich wünscht Du hättest bei der Rassenwahl recht, bedauerlicher Weise scheint es aber "Mode" zu sein, seltene Rassen zu züchten, da gibt es gar nicht viel Konkurrenz......leider kenne ich einige solche "Züchter"....

Es sind aber auch Gottseidank nicht alle auf diesem Trip, es gibt sie noch , die ernsthaften ZuchtfreundInnen...



Ansonsten kann ich nur zustimmen, dass das Halten/Züchten von Kaninchen zunehmend schwieriger wird, die Außenbedingungen lassen wirklich zu wünschen übrig. Ich gehe davon aus, dass Kleintierzucht allgemein in einigen Jahren nur noch in Zuchtanlagen betrieben wird, bei uns in BaWü noch staatlich gefördert, wie lange noch... Es gibt erste Stimmen, die eine deutlich verbesserte Unterstützung der Tierschutzvereine fordern, die auf breite Unterstützung der Bevölkerung stoßen...

Ja, Thomas,

was wir brauchen sind junge zu begeisternde Menschen, die Frage sei aber erlaubt, warum diese Tiere züchten sollen wenn doch überall publiziert wird, es gäbe eh zu viel dieser "armen Kreaturen" ? Da engagiere ich mich doch viel lieber für den Tierschutz, weiß, dass ich was gute tue und habe überschaubare Arbeit damit....

Für mich persönlich bedauerlich, aber die Tierliebe unserer Bevölkerung geht nicht in Richtung Zucht...

mfg Peter

Wurli

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33

Mittwoch, 29. November 2017, 05:40

*duck* viel mehr in Mode ist "Tiere von wer weiß wo zu retten" Um so weiter weg um so besser

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gezüchtete Kaninchenrassen: Ich seit 2014 Perlfeh dazu seit 2017 Deilenaar und ab 2018 noch Russen. Meine Frau Zww schwarz, Zww weiß BLA und Zww Perlfehfarbig

Ämter in unserer Organisation: Ausstellungsleiter im Verein H217 und Kassenwart im KV - Groß-Gerau

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Mittwoch, 29. November 2017, 10:11

Guten Morgen allerseits,

Ich wollte erst nicht dazu schreiben aber habe mich jetzt doch dazu gerungen mal meine Meinung Kund zu tun auch wenn ich etwas weiter aushole.

Ich persönlich Zähle mich noch zu den Jüngeren Züchtern bei uns im Verein ist es leider so das wii zwar ein Vereinsheim und Stallungen haben aber nahezu keine Züchter mehr, es sind gerade noch meine Frau und Ich. Wir haben zwar 6Rassen um wenigstens ein bischen vielfalt zu haben aber ich denke wenn sich nicht was ändert das wir neue Züchter finden wir der Verein über kurz oder lang sterben. Für mich persönlich geht es nicht um Pokal- oder Preisjagd klar freut man sich aber in erster Linie geht es mir darum das es all meinen Tieren gut geht und ich mich in allen belangen um diese kümmere. Es gibt öfter Tage an denen ich mir zwar denke nach der Arbeit(6Uhr früh - 18Uhr am abend mit Fahrtzeit usw) ab auf die couch aber nein erst die Tierchen dann ich und jedes mal wenn ich in den Stall komme und mich die Wackelnasen durch die Gitter ansehen und auf Ihr Futter warten weiß ich wieder warum ich Züchte ,, weil es einfach ein sau schönes Gefühl ist die Tiere von klein auf zu kennen und zu sehen was aus Ihnen wird, zu sehen wie die verschiedenen Charaktere sich entickwl usw. diese Liste würde sich lange fortsetzen lassen (das brauch ich hier aber ja keinem sagen). Dieses Gefühl müsste man an Interessiert irgendwie weiter geben können.

Klar ist Boxeneinzelhaltung nicht das non plus Ultra aber die wenigsten haben in der heutigen Zeit den Platz für nur Gruppen- oder Freigehege haltung daher sollte man diese nicht total verteufeln. Man muss sich ja nicht an die mindestmaße halten sondern ganz einfach größere Buchten und dem Einzelnen Tier mehr Platz geben. Es hat alles seine Vor- und Nachteile wie man es auch dreht und wendet.

Was ich denke das viele auch davon Abgeschreckt werden, was ich so aus persönlichen Gesprächen gehört habe, die Zeit die ich jeden Tag Aufbringen muss ,,Ich muss jeden Tag zu den Tieren egal ob Winter, Sommer, Regen, Schnee ...`` und die Kosten diese sollte man auch nicht vernachlässigen. Das habe ich mir einfach mal für mich durchgerechnet und muss sagen schon enorm davon fahren andere in Urlaub aber mir sind meine Tierchen jeden Cent werd.

Das mit dem thema Tierschutz empfinde ich schon als wichtig aber man sollte auch da die Kirche im Dorf lassen. Wir sind halt leider ein, wie es mir vorkommt, belibtes Angriffsziel da doch sehr viele unsere Zucht Kollegen/innen sofort patzig oder ablehnend reagieren als zu Versuchen einen mittelweg zu erreichen gleiches gilt auch für die selbst ernnanten Tierschützer. Und das funktioniert nicht immer aber teilweise.

Ich hoffe einfach das in der Bevölkerung selbst wieder ein Umdenke einsetzt und man sieht was man erreicht wenn alle forderungen knall hart durchgezogen werden nämlich das die Rassekaninchen über kurz oder lang Aussterben und Verloren gehen.

Mit nachdenklichem Züchtergruß

Christian

ClaudiaD

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Mittwoch, 29. November 2017, 10:39

Hallo,

Ich hoffe einfach das in der Bevölkerung selbst wieder ein Umdenke einsetzt und man sieht was man erreicht wenn alle forderungen knall hart durchgezogen werden nämlich das die Rassekaninchen über kurz oder lang Aussterben und Verloren gehen.
Das ist nur leider dem Großteil der Bevölkerung vollkommen egal.
Wieviele alte Haustierrassen gibt es denn noch? Viele kennen sie nicht einmal oder wissen, dass es diese einmal gegeben hat und es interessiert auch nicht.
Wenn ich erzähle, dass ich Kaninchen züchte, werde ich mitleidig oder verständnislos angeschaut. Wenn dann noch klar wird, dass ich die armen Tiere selbst schlachte, ist es ganz aus oder es kommt noch Entsetzen dazu.

Gruß
Claudia
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leotrulla

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Mittwoch, 29. November 2017, 11:50

Wenn ich erzähle, dass ich Kaninchen züchte, werde ich mitleidig oder verständnislos angeschaut. Wenn dann noch klar wird, dass ich die armen Tiere selbst schlachte, ist es ganz aus oder es kommt noch Entsetzen dazu.
.....nicht ahnend, dass das "Nutzen" Deiner Kaninchen und Hühner im Zuge der Umsetzung des Familienspeiseplanes, ein Form indirekten Tierschutzes ist, weil Du für diese tierischen Produkte nicht auf die handelsüblichen Angebote zweifelhafter Herkunft zurückgreifen musst.

Wie auch immer, Rassekaninchenzucht ist mehrheitlich uncool, geht immer mit Arbeit, Zeit- und Geldaufwand einher und ihre offizielle Darreichungsform ist teilweise mehr als in die Jahre gekommen. Kurz, die Nachwuchsgewinnung ist oftmals dem Zufall überlassen.

Mich stimmt es mittlerweile äußerst zufrieden, wenn es mir im Freundes- und Bekanntenkreis gelingt, Mitmenschen zur Haltung von Kaninchen und Hühnern zu motivieren, diese berate und ihnen mit Jungtieren behilflich bin.

Gruß

Thomas
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andi-kaninchen

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Samstag, 2. Dezember 2017, 09:49

Ich habe zwar nicht, noch nicht, alles gelesen und ich war eine Weile nicht hier, aber die Fragen die ich gestellt habe sind doch nicht aggressiv und nicht böse gemeint!!
Ich wollte nur wissen mit wem wir es zutun haben und wo du wohnst!
Das war sicher nicht dazu gedacht das gleich losgeschlagen wird
Einige sind wohl leider sehr dünnhäutig.
So das müsste ich erst mal los werden, jetzt lese ich weiter.
Gruß Andreas


Und wenn du denkst es geht nicht mehr, kommt von irgendwo ein Lichtlein her!

andi-kaninchen

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Samstag, 2. Dezember 2017, 10:13

Leider fehlt uns so eine lobby wie zB die Feuerwehr hat.
Da machen alle Werbung für und da wird auch in der Öffentlichkeit anders drüber gesprochen.
Auch wir durch den Druck von innen, also der Erwartungsdruck und sowas, der Ton untereinander aggressiver.
So ging es uns zB, da werden Sachen nicht mehr ruhig besprochen, sondern Vorwürfe oder Falsch verstandene Kritik führt zu lauten Worten und streit untereinander.
Es ist eben für die Jugend nicht leicht sich im Beruf, oder auf dem Weg dahin, zu beweisen und dann noch so ein intensives Hobby.
Da bleibt eines auf der Strecke, ist ja logisch.
Wir haben in den letzten Jahren schon über viele Möglichkeiten gesprochen und es wurde auch vieles probiert ein patent Rezept gibt es nun mal nicht.
Ob wir es nun wahr haben wollen oder nicht es wird weiter zurück gehen.
Dann sind da noch die Kuscheltierfraktion, sie unterstellen den Züchtern immer das schlimmste was es uns teilweise unmöglich macht in der Öffentlichkeit größere Resonanz zu bekommen.
Gruß Andreas


Und wenn du denkst es geht nicht mehr, kommt von irgendwo ein Lichtlein her!