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leotrulla

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Dienstag, 19. Juni 2018, 07:31

Megacolon bei Farbentieren

Hallo zusammen,

ich habe eine etwas absonderlich anmutende Frage. In meinen Buchten tummeln sich u.a. Königsmantelschecken. Diese ziehe ich aus Verpaarungen von japanerfarbigen und gescheckten Tieren, Punkt wie Mantel.
Gewöhnlich gehen aus solchen Verpaarungen bis zu 20 % Königsmäntel hervor, der Rest sind Mantel und Punktschecken, sowie Farbentiere. Die schönsten, liebsten, frohwüchsigsten, gesündesten behalte ich, um diese mit blutsfremden japanerfarbenen Tieren zu verpaaren.

Durch ein Versehen beim Jungtiersortieren, ist wohl ein Mädel (Königsmäntelin mit mir nicht zusagendem Körperbau) in die für die Schlachtung vorgesehene Gruppe der Rammler geraten, was offensichtlich einige Deckakte zu spät bemerkt wurde. Praktisch könnten sich alle denkbaren Verpaarungsformen ergeben haben, also alle Scheckentypen, Farben- und auch Geschwistertiere.
Im Ergebnis hatte ich nun einen "Kann-doch-gar-nicht-sein-Wurf" in Stärke von acht Jungtieren, alles Farbentiere und Mantelschecken, keine Weißlinge. Die Tiere fressen seit über vier Wochen von meiner eigenen Futtermischung, werden nicht mehr gesäugt, allen ging es gut.

Vor zehn Tagen begann ein erstes Jungtier etwas teilnahmslos zu wirken, war aber fieber-, krampf- und durchfallfrei, hatte einen indifferenten Bauch, also nicht weich aber auch keine Abwehrspannung und war gut genährt. Dennoch verstarb es in der folgenden Nacht.
Ich habe das Tier geöffnet und ein klassisches Megacolon feststellen müssen, genau so, wie dieses auf Züchterschulungen beschrieben wird.
Samstag- und heute Morgen fand ich wieder zwei tote Jungtiere mit dem gleichen Befund und bin ratlos.

Den restlichen Tieren geht es gut, sie sind agil, verfressen und absolut unauffällig. Dennoch bin ich gewaltig verunsichert, weil ich vom Megakolon-Syndrom im Zusammenhang mit Farbentieren und "normal" gescheckten Tieren noch nie gehört habe. Zumal die gesamte beschriebene Klinik, wie verzögerte Entwicklung, Wechsel zwischen Durchfall und Verstopfung oder dicke Rundbäuche nicht feststellbar gewesen sind.

Hat jemand schon mal Ähnliches erfahren oder erlebt? Für erhellende Hinweise wäre ich sehr dankbar.


Besten Dank vorab

Thomas
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andi-kaninchen

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2

Dienstag, 19. Juni 2018, 08:58

Hallo Thomas, ich habe von der Erkrankung noch nie was gehört. Könntest du, gern auch per PN, das ganze näher bringen?!
Gruß Andreas


Und wenn du denkst es geht nicht mehr, kommt von irgendwo ein Lichtlein her!

leotrulla

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3

Dienstag, 19. Juni 2018, 09:41

Ui, hätte ich nicht gedacht,

bisher erachtete ich die sogenannte "Deppenverpaarung" als ursächlich für das Megacolon-Syndrom, indem in rechtswidriger oder ahnungsloser Weise, Punktschecke x Punktschecke verpaart wird.
Gewöhnlich geschieht dergleichen nur aus Unwissenheit durch unbedarften Schmusetierhaltern oder aber bewusst durch skrupellose Ausstellungsverbrecher, die in dieser Weise absichtlich verpaaren. Oftmals begleitet von den bekannten Nebenwirkungen, wie das merzen von nicht genehmen Nestlingen (Ich habe nicht soviel Buchten!) oder gar der Transplantation von Fellteilen, wenn die Zeichnung mal nicht am rechten Fleck sitzen sollte.

Und bevor die selbsternannten Retter der Ausstellungszucht jetzt wieder zur Attacke blasen und mich einen Nestbeschmutzer heißen, Ihr wisst um diese Schattenseiten der Scheckenzucht und wir tuen unseren Tieren, unserem Hobby und dem Verband keinen Gefallen, indem wir kommentarlos über solche Missstände hinweggehen.
Jeder sollte um diese verbrecherischen Abgründe der Kaninchenzucht wissen, der wir nur Herr werden können, wenn wir diese auch öffentlich machen!

Zurück zum Thema, hier ein Link, der allen Usern das Megacolon-Syndrom verständlich machen kann:

https://www.kaninchenwiese.de/gesundheit…drom-kaninchen/


Gruß

Thomas
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ClaudiaD

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Dienstag, 19. Juni 2018, 10:44

Hallo,

schau mal hier: Fallbeschreibung
Die Fallbeschreibung zeigt ein Tier mit Holländerzeichnung. Also auch kein typischer Chaplin.

Interessant finde ich die Typenbeschreibung des Tieres:
"Im Rahmen der Anamnese fielen die großen Ohren, die langgezogene Gesichtsform und der unterentwickelte Körperbau auf."

Gruß
Claudia
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leotrulla

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5

Dienstag, 19. Juni 2018, 13:03

Hallo Claudia,

Interessant, allein die ganzen klinischen Symptome vermag ich nicht festzustellen, also keine Darmgeräusche, kein Weichkotabsetzungen und die Anatomie meiner Tiere ist auch als unauffällig zu bezeichnen. Ich werde mir den Kadaver aber nochmal anschauen, bevor ich ihn auf den Luderplatz bringe.

Hab vielen Dank

Thomas
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Dienstag, 19. Juni 2018, 17:34

Ich hatte früher Zwergrexe dalmatiner und weil ich es nicht besser wusste und mir jeder geraten hat nur Schecken zu verpaaren auch schon mit dem Megacolon zu tun.

Einige hatten schlechtes Wachstum andere waren unauffällig (optisch). Beim schlachten kam es dann schön raus. Daie Anzahl der Punkt war nicht relevant. Auch optische Typschecken waren gentisch Weißlinge/Chaplins, da sie beim schlachten ein Megacolon aufwiesen. Bei einem bekannten gab es auch schon helle Mantelschecken mit Megacolon.
Ich würde nicht direkt nach der reinen Optik der Schecken gehen.

PeterW

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Donnerstag, 21. Juni 2018, 08:18

Hallo Thomas,

ich konnte über Jahre beobachten, dass Megakolon nicht nur bei Chaplin sondern auch bei sogenannte Normalschecken auftreten kann, von daher für mich nicht verwunderlich. Schecken sind allgemein gerade in der Schlachterzucht nicht immer einfach, da muss man einfach ein wenig vorsichtig sein. Mastfütterung und Scheckung passen nicht.

Im Übrigen ist so ein Megakolon nicht so einfach zu diagnostizieren, man sollte immer auch gerade bei de momentanen Wetterlage ganz normale Enteriden mit im Blick haben.

mfg Peter

leotrulla

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Mittwoch, 27. Juni 2018, 06:31

Hallo Peter,

ich habe Deine Ausführungen - hab Dank dafür - zum Anlass genommen, eine befreundete Jungtierärztin den jüngsten Kadaver in Augenschein nehmen zu lassen.

dass Megakolon nicht nur bei Chaplin sondern auch bei sogenannte Normalschecken auftreten kann, von daher für mich nicht verwunderlich.
Stimmt, doch handelt es sich nicht nur um Normalschecken, in dem Falle Mantel, sondern auch um ein Farbentier und ein Japanerfarbiges.
Im Übrigen ist so ein Megakolon nicht so einfach zu diagnostizieren, man sollte immer auch gerade bei de momentanen Wetterlage ganz normale Enteriden mit im Blick haben.
Es handelt sich nachweislich um ein Megakolon und die Keimbelastung des Kadavers wurde als unauffällig normal bezeichnet.

immer noch ratlos

Thomas
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Mittwoch, 27. Juni 2018, 12:48

Hallo Thomas,

vielleicht habe ich mich falsch ausgedrückt:

Aus Scheckenwürfen waren zumindest bei mir schon alle Farbvarianten mit Megacolon behaftet, sowohl die Chaplins, Typschecken und die Einfarbigen.

Ich gehe davon aus, dass Megacolon nicht nur in Kombination mit KK sondern auch in allen anderen Kk - Kombinationen auftreten kann.

Ich hatte ja über 10 Jahre lang Schlachter in Kombination aus ESch und KLS bzw. KlChin und Ha, Megacolon ist irgendwann aufgetreten und war mit einer der Gründe, nicht mehr mit Schecken zu kombinieren.

Dass die Tiere plötzlich verstorben sind ohne Symptome zu zeigen glaube ich dir, denke aber bitte daran, du hast auch nicht damit gerechnet und vielleicht "Kleinigkeiten " übersehen... das wird nicht mehr passieren.

Beobachte genau...und es wird entweder wieder besser - die Erkrankung tritt seltener auf - oder Du musst neu anfangen..

mfg Peter

leotrulla

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Mittwoch, 27. Juni 2018, 13:46

Dass die Tiere plötzlich verstorben sind ohne Symptome zu zeigen glaube ich dir, denke aber bitte daran, du hast auch nicht damit gerechnet und vielleicht "Kleinigkeiten " übersehen... das wird nicht mehr passieren.
Touche, das kann ich nicht ausschließen, denn nichts lullt so sehr ein, wie Routine im vermeintlich grünen Bereich! ;)

Gruß

Thomas
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