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Sonntag, 9. August 2009, 15:43

Möhre

 

Liebe Zuchtfreunde,

Heute möchte ich einmal etwas über eine Futterpflanze schreiben die von den Meisten Züchtern etwas Verkannt und „ Stiefmütterlich"  betrachtet wird. Und zwar handelt es sich heute um die

Daucus Carota

 - oder ganz einfach die MÖHRE

Nach der Muttermilch kommt der Möhrenbrei, so war es jedenfalls früher als die Babynahrungsindustrie noch nicht so weit Fortgeschritten war wie heute. Es war also allen Menschen klar wie gut und wichtig die Karotte als Lebensmittel ist. So gut das man diese sogar den Lebewesen gibt die uns am allerwichtigsten auf der Welt sind- nämlich unseren Kindern.

Trotzdem wussten damals nur wenig Eltern von den enormen Potential und Inhaltsstoffen der Gelben oder Roten Möhre.

Ernährungsphysiologisch sind sie sehr Bedeutungsvoll , außerdem hat die Karotte zudem noch heterogene Heilwirkungen die den meisten Menschen auch vielen Kaninchenzüchtern nicht bekannt sind. Für die meisten von uns Züchtern ist die Karotte lediglich eine recht günstiges Frischfutter.

 

Kreuzungen ergaben das heutige Produkt

Alle Karotten entstammen der Wilde Möhre (Daucus carota L.). Ein Mitglied der Doldenblütler Familie sie ist in Asien und ganz Europa beheimatet. Sie recht Anspruchslos was den Boden angeht auf dem sie wächst auch trockenen Böden die wenig Nährreich sind, Egal ob in Berglandschaften, Flachen Ebenen oder an Wegrändern- Die Wilde Möhre setzt sich überall durch. Die Pflanze kann bis zu einem Meter hoch werden und ist recht auffallend. Sie besitzt rosafarbene oder auch weiße Dolden. Steht von Mai bis Oktober in Blüte und trägt Früchte die länglich-eiförmig aussehen. Ihre Wurzel ist rübenförmig, und innen und außen Weiß. Die Urform unserer heutigen Möhre hat mit der Roten oder Gelben Karotte von heute fast keine Gemeinsamkeiten mehr. Wie bei der Entstehung so mancher Kaninchenrasse sind sich auch die Botaniker über die Entstehung der heutige Möhre nicht Einig, aus welchen Kreuzungen oder Mutationen die Moderne stark Carotinhaltige Möhre, hervorging. Im 10. Jahrhundert sollen Wildmöhren mit purpurroter Wurzel nach Spanien gelangt sein und dann Gelbe Mutanten hervorgebracht haben.

Der Literatur nach sind dann im 14. oder 15. Jahrhundert weiße, rote und gelbe Möhren durch Seeleute nach Mitteleuropa gekommen sein.

Die Möhre, Karotte, Wurzel oder Gelbe Rübe wie sie auch genannt wird, gehört mit zu den wichtigsten Gemüsepflanzen. Durch ihren etwas süßlichen Geschmack und den wertvollen Inhaltstoffen wird sie von der Nahrungsmittelindustrie auch zu Gefrierkonserven und Säften verarbeitet. Für die Pharmaindustrie bilden sie durch ihre Inhaltstoffe die Medizinisch wirksam sind die Grundlage für viele Arzneimittel die in Human- sowie in der Veterinärmedizin sowie vor allem in der Homöopathie angewendet werden.

 

Was ist nun alles in der Karotte drin?

Möhren haben eine ganze Reihe von medizinischen wirksamen Inhaltsstoffen (untersucht wurden praktisch nur kultivierte Karotten, bzw. deren Extrakte). Die wichtigste Gruppe sind die Carotinoide. Das ist eine Gruppe von, im Pflanzen- und Tierreich weit verbreiteter gelber und roter Farbstoffe. Chemisch sind es hochungesättigte, teilweise gradkettig, teilweise gradkettig-ringförmig aufgebaute Kohlenwasserstoffe und deren Sauerstoffverbindungen. Die überragende physiologische Bedeutung der Carotinoide liegt in ihrer Beteiligung an der Energieübertragung bei der Photosynthese, sowie der Funktion, Zellen vor schädigendem Lichteinfluss zu schützen, und bei der Untergruppe der Carotine in ihrer Funktion als Provitamin (=inaktive Vitamin-Vorstufe). Bekannte Möhren-Carotine sind Betacarotin (Provitamin des lebensnotwendigen Vitamin A1, auch Retinol genannt, wird in der Leber zu Vitamin A umgebaut) oder Lycopin (ein krebsschützender Inhaltsstoff, der besonders auch bei Tomaten vorkommt). Die Menge der ätherischen Öle (z. B. Limonen), die in der Möhre enthalten sind, ist - zumindest bei der Wurzel, nicht aber den Samen - eher gering für therapeutische Wirkungen. Trotzdem wurden sie gerne in Kombination mit anderen ätherischen Ölen verwendet, z. B. für Bronchial-Inhalationskapseln. Die Gruppe der Polyine, das sind hoch-reaktive, instabile Kohlenstoffverbindungen mit mehreren Dreifachbindungen, ist in letzten Jahren besonders in den Focus wissenschaftlicher Aufmerksamkeit geraten. Ihr Hauptvertreter bei der Möhre, das Falcarinol (auch Carotatoxin genannt) schützt die Möhre vor Pilzbefall, ist also ein natürliches Pestizid. Bei Säugetieren, so zeigen aktuelle Untersuchungen, kann Falcarinol die Krebsentstehung aus Krebsvorläufern (Präkanzerose) hemmen. Dies ist eine späte Bestätigung für eine Anwendung von Möhren bei der Behandlung von offenen Tumoren in vergangenen Jahrhunderten. Hinweis: Auch die Superheilpflanze Kamille hat höhere Anteile ähnlicher Polyine. Der hohe Gehalt an Zuckerverbindungen aus den Gruppen der Mono- und Oligosaccharide, z. B. Glucose (Traubenzucker) oder Saccharose (Rohrzucker), ist zwar kaum therapeutisch bedeutsam, bietet aber eine ernährungsphysiologische Erklärung, warum Möhren bei uns zumeist das erste Lebensmittel überhaupt ist, das Babys beim oder nach dem Abstillen erhalten („nährstoffreich und verträglich fast wie Muttermilch“). Neben diesen pharmakologisch auffallenden Inhaltsstoffen haben Möhren einen hohen Anteil von Mineralstoffen, an Polysacchariden wie z. B. Pektin, für die menschliche Verdauung vorteilhaften Ballaststoffen oder Vitaminen der B-Gruppe und Vitamin C.

 

Die Wirkungsweise

Bei der der Karotte muss unterschieden werden zwischen den Wirkungen durch die Wertvollen Bestandteile die von der dieser Lebensmittelpflanze erbracht werden wie z.B. Die Beeinflussung der Darmaktivität die durch Ballaststoffe hervorgerufen werden. Und der Medizinischen belegten Wirkungen wie zum Beispiel die Durchfall hemmende Wirkung.

Die Möhre gilt aus Gründen der Erscheinungsform seit ihrer Nutzung durch den Menschen als Aphrodisiakum, so wie es z.B. auch beim Spargel der Fall ist.

 

Erwiesen ist

Zubereitungen aus der Möhre beeinflussen die Sehschärfe und beugen der Nachtblindheit vor. Auch wirken sie sich vorteilhaft bei verschieden Augenkrankheiten aus. Die Harnausscheidung wird durch den hohen Kaliumgehalt positiv beeinflusst.

Für uns Kaninchenzüchter ist der folgende nachgewiesene Effekt von Besonderer Bedeutung!

Möhrenzubereitungen wirken als Wurmmittel und haben antimikrobielle Effekte. Die Wurm abtreibende Wirkung wird wahrscheinlich durch den hohen gehallt an ätherischen Ölen in der Karotte erzielt. Diese beleben die unerwünschten Darmbewohner zunächst und lähmen diese aber dann in der Folge. Auch eine geringere Bekämpfung der Erreger der Lungenentzündung - (Pneumokokken), entsteht durch die ätherischen Öle der Möhre.

Durch sehr viele Untersuchungen der letzten Jahre sind eine Reihe weiterer potentiell therapeutischer Wirkungen bekannt geworden.

Eine Mischung aus Reis und Möhren ( Bessau ) ist bei massiven, Durchfallerkrankungen von Säuglingen und Kindern wirksamer als herkömmliche Elektrolyt-Lösungen gegen Dehydratation.

Möhren sind das drittwichtigste Lebensmittel mit krebspräventiver Wirkung (nach Paprika und Brokkoli), dies wurde bei Lungenkrebspatienten untersucht.

Die Carotine aus frischen Möhren schützen vor hohen Blutzucker-Werten (Diabetes).

Der Verzehr von Frischen unbehandelten Möhren führt nach dem Essen zu einer besseren- das heißt- verringertem Ansteigen von Blutzucker und Insulinausschüttungen und führt zu einem rascherem Sättigungsgefühl.

Hier noch ein Aspekt der für unsere Häsinnen wichtig ist. Es gibt Züchter die ihren trächtigen und säugenden Häsinnen keine Karotten füttern, weil sie denken es würde die Milchproduktion Negativ beeinflussen. Dem ist nicht so!

Frisch geriebene Karotten verbessern die Vitamin A- und Eisen-Werte im Blut stillender Mütter mindestens genauso gut wie dafür entwickelte Betacarotin-Präparate.

Möhren enthalten blutdrucksenkende Wirkstoffe und führen zu Gefäßerweiterung.

Zum Austreiben von Darmparasiten ist auch eine Teemischungen erhältlich und wird vor allem in der Chinesischen Medizin angewendet. Gerade bei Oxyuren, Darmwürmern („Madenwürmer“) allerdings wird diese Kur als nicht sehr zuverlässig beschrieben.

Weitere Wirkungen: Entblähung, auch hier wird wieder die Milchtreibende Wirkung in der Literaut erwähnt. Diese Wirkung sollten wir in unseren Hobby nutzen. Auch Steintreibend (Nieren, Blasen, z. B. Nierengriess) und Ödemausschwemmend unter anderem bei „dicken Füßen.

Für mich steht fest, dass der Verzehr von Möhren als Gemüse als Salat oder in Saftform für Tier und Mensch für die Gesundheit absolut Wertvoll ist.

 

Hinweis:

Durch die Anwendung der Möhre als Lebensmittel auch schon bei Säuglingen ist hinlänglich belegt, dass sie praktisch nebenwirkungsfrei ist. In sehr seltenen Fällen können hochdosierte Präparate zu allergischen Reaktionen, Lichtempfindlichkeit oder Hautentzündungen führen. Entsprechende Präparate sollten wegen ihrer potentiell anregenden Wirkung auf die Gebärmuttermuskulatur nicht von Schwangeren eingenommen werden. Gegen den Verzehr der Möhre als Lebensmittel durch Schwangere ist hingegen nichts einzuwenden.

 

 

Quellenangabe:

 

 Sollten die hier aufgeführten Texte oder Textauszüge sowie Bilder oder Fotos irgendwelche Copyrightverletzungen darstellen, so geschah dies nicht mit Absicht und ohne Kommerziellen Hintergrund. Bei Berechtigten Einwendungen werden diese Umgehend entfernt. Eine kurze Email genügt.
 

Wir bedanken uns bei Ricardo Laubinger für diesen sehr guten Beitrag und die Fotos. Ergänzungen und weitere Bilder bitte an  webmaster@rkz-forum.de. Auch andere Beiträge zu Futter- Wild- und Kräuterpflanzen bitte an erwähnte  Mailadresse und wir werden diese dann hier veröffentlichen. Im weiteren Verlauf soll hier eine umfangreiche Sammlung zur Pflanzenkunde entstehen. Wir hoffen auf Eure Mitarbeit.

(C) 2009 Trägerverein Rassekaninchenzuchtforum e.V.

 


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Sonntag, 9. August 2009, 15:43

Möhre Zusammenfassung Beiträge

Dienstag, 9. Juni 2009, 14:21andi Kaninchen

Hallo,

ein schöner Beitrag, danke für die Arbeit



Aber nicht zu vergessen ist, wie die Möhre angebaut wurde.

In Böden die VIEL gedüngt wurden ist die Möhre mit Vorsicht zu behandeln. Ein zu viel an Stickstoff führt zum Beispiel zu Durchfall.

Mir ist es im letzten Winter so ergangen, das meine Kaninchen nach dem Verzehr von Mohrüben Durchfall bekamen. Als ich den Anbieter wechselte wurde es besser.



Wenn ich das da alles lese brauche ich ja keinen Doc mehr.

Einfach jeden Tag mehrere Mohrüben essen und ich werde gesund na dann Mahlzeit


Gruß Andreas



Dienstag, 9. Juni 2009, 14:43Benjamin Binkiewicz

Hallo Zuchtfreunde,

da hat der Ricardo uns ja wieder einen schönen Bericht geschrieben. Danke dafür. Der Bericht ist sehr interessant und lehrreich.

mfg und Gut Zucht
Züchtergruß
Benjamin


Ob die Antword die ich gegeben habe richtig ist weiß ich nicht da viele Züchter auch verschiedene Erfahrungen machen und die meinungen auch schon einmal auseinander gehen. Wobei meherer Züchter mit verschiedene meinungen auch recht habern könnten. Bin mal gespannt was die anderen Zuchtfreunde so dazu schreiben werden.

mfg und Gut Zucht
Benjamin

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Samstag, 8. Februar 2014, 15:15

Zur Ergänzung des Themas ein Auszug aus "Hypervitaminose" bei Wikipedia:


Eine Hypervitaminose A kann nur bei Zufuhr von Retinol, nicht aber seiner Vorläuferprodukte auftreten – die Umwandlung der Carotinoide zu Retinol wird entsprechend dem Bedarf des Körpers reguliert. Wohl aber kann es zu einer starken Gelbfärbung der Haut – nicht aber der Skleren – kommen, wenn täglich mehr als 30 mg Beta-Karotinen zugeführt werden, wobei Patienten mit einer Schilddrüsenunterfunktion besonders anfällig sind.
Quellen[Bearbeiten]
Retinol ist vor allem in der Leber von bestimmten Meeresfischen wie dem Heilbutt und verschiedenen Haifischarten sowie bestimmter Säugetiere wie der Seerobbe und des Eisbären enthalten. In unseren Breiten ist es v. A. die kritiklose Einnahme von Vitaminpräparaten, die zu Nebenwirkungen führen kann.

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Samstag, 8. Februar 2014, 18:00

:thumbsup: ...ein toller Bericht... :thumbsup:

Gruß,

Bianca

Hermann

Fortgeschrittener

  • »Hermann« ist männlich

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Wohnort: Brunsbüttel

Hobbys: Rasse-Kaninchenzucht

Verein: U 20 Brunsbüttel

gezüchtete Kaninchenrassen: Japaner-Rexe, Thüringer-Rexe, Russen-Rexe blau-weiss

Ämter in unserer Organisation: Im Verein einige wenige

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Samstag, 8. Februar 2014, 21:37

Möhren für die Kaninchen

Hallo Leute,

wer ist schon einmal durch die Möhrenreihen gelaufen? Ein fantastischer Anblick, Möhren (Wuddeln) so weit das Auge sehen kann.
Im Herbst, so ab Anfang September bekomme ich die Aufforderung von meinen Arbeitskollegen Möhren zu ernsten für meine Kaninchen.
Die Ränder, welche von den Rodemaschinen zermahlen werden, darf ich ernten.

Ich bin oft mit meiner Enkeltochter in die Köge gefahren, dort wo die Möhren wachsen und habe mit ihr zusammen Möhren gezogen.
Sie saß dann zwischen den Reihen. Ich konnte manchmal nur ihre Stimme hören, wenn sie zwischen den Reihen am Spielen war.

Wenn Ihr genau das Bild mit den Möhrenreihen betrachtet, könnt Ihr sehen, dass die Möhren auf Hügeln gesät werden. Die Reihen sehen aus wie Kartoffelreihen.

Wie beim Anfüttern einer jeden neuen Futtersorte, ob Möhren oder Frischgras im Frühling, langsam anfüttern.
Dann gibt es keine Schwierigkeiten. "Die Hand des Herrn füttert das Vieh."

Zur Zeit muss ich Möhren kaufen, mein Lager ist leer. Der Preis liegt zur Zeit bei 20 Euro /dt. gesackt.
Lose bekommt man einen besseren Preis. Ich habe etwas von 20 Euro / t gehört.

Das sind meine allgemeinen Anmerkungen zu dem Thema Möhren.

Viele Grüße Hermann