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Tuesday, December 29th 2009, 7:17pm

Englische Widder auf der Bundesschau

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Englische Widder in Karlsruhe
 

Anlässlich der 29. Bundeskaninchenschau in den Messehallen Karlsruhe erschienen die Englischen Widder mit einer vergleichsweise guten Beteiligung von 30 gemeldeten Tieren in 6 Farbenschlägen. Umso erfreulicher ist dieser Aufmarsch, wenn man sich vor Augen hält, dass allein fünf neue Namen unter den insgesamt neun Ausstellern zu finden gewesen sind, die hier ihr Bundesschaudebut mit dieser Rasse gaben. Dass quantitativ noch einiges machbar ist, lässt sich aus der geringen durchschnittlich ausgestellten Tierzahl pro Züchter leicht ersehen, zumal noch einmal genau so viele Züchter die Schau besucht hatten, ohne Tiere mitzubringen.

Ein einzelner wildgrauer Rammler eröffnete den bunten Reigen. Das aus der Zucht von Lothar Friedrich stammende Tier zeigte die typischen Schwachstellen des Farbenschlages wie fehlende Ramsung der Nasenbeinlinie und deutlich sichtbare Bindenzeichnung auf den Vorderläufen. Die farbliche Zonierung des Fellhaares war klar voneinander abgegrenzt. In der Hinterpartie gab es zu Recht deutliche Abzüge. Durch die Rassemerkmale bestechend, landete das Einzeltier schlussendlich aber trotz dieser Mängel bei hervorragenden 96,5 Punkten.

Allein die Kollektion der insgesamt 9 Schwarzen war schon eine Reise wert, denn eine solch große Ansammlung auf einer Bundesschau hat es lange Jahre auf dieser Bühne nicht gegeben – wenn es überhaupt schon mal solch eine große Kollektion auf Bundesebene gegeben hat. Dass die Tiere aus vier Zuchten stammten, ist ebenfalls ein Beleg dafür wie sehr sich in den letzten Jahren dieser Farbenschlag auch bei neuen Züchtern hat verbreiten können. Die ZG von Sascha Bokelmann kam wegen eines mit einer Penismissbildung begründetem „nb“ nicht in die Wertung. Seine verbliebenen drei Rammler aber konnten vor allem mit tollem Gesamteindruck und rassigen Köpfen, gepaart mit langen Behängen, begeistern. Es ist allerdings hier die Frage zu stellen, ob die Behänge bei allen Tieren richtig gemessen worden und somit wichtige Punkte nicht gegeben worden sind. Dies jedoch kann nur der Züchter bzw. der PR für sich beantworten. Notierte Maße und der Eindruck bei der Durchsicht lassen diese Frage jedoch bei dem ein oder anderen Tier aufkommen. Die Hinterpartien sind noch verbesserungswürdig.

Den Tieren von Axel Klinger wurden dagegen mehrheitlich die schon von außen erkennbaren kürzeren Behänge zum Verhängnis. Hier zeigte sich einmal mehr, wie sehr ein Behang mit voller Länge und Breite ein Tier nach vorne hätte puschen können. So aber musste er sich mit unteren Noten begnügen.

Die Zuchtgemeinschaft Wellnitz-Fritz setzte mit einer einzelnen Häsin das Highlight der Kollektion, die mit deutlichem Abstand zur Konkurrenz auf 96,5 Punkte kommen konnte. Ihr Rams, das hohe Gewicht bei relativ jungem Alter aber auch die gut abgerundete Hinterpartie im Vergleich mit anderen Vertretern ließen kaum Wünsche zu. Auch der Behang stimmte voll.

Das folgende Einzeltier von Sönke Buchholz war dagegen mit einem Monat mehr an Alter deutlich im Gewicht zurück. Nur 4,1 kg ließen schon von vornherein keinen guten Eindruck zu. Dass dann eine 19 in der Form folgte, war für viele Aussteller und Besucher nicht nachvollziehbar. Auch der Größenrahmen des Tieres wirkte reichlich kurz.

Alles in allem aber, sind die schwarzen Englischen Widder auf einem sehr guten Weg und sicherlich ist ihr Fortbestand nun erst einmal gesichert, nachdem man sich jahrelang kaum noch zu Gesicht bekommen hat.

Die vier Gelben aus der von Widderclubschauen bekannten Zucht des Saarländers Helwin Hoffmann machten schon auf den ersten Blick auf Verbesserungspotential aufmerksam. Hier ist der Zuchtstand des Farbenschlages weiter. Die Grundfarbe der gezeigten Tiere war reichlich hell und die Ohren das ein oder andere Mal zu grau. Hier konnte man froh sein, dass in der Farbe nicht allzu viele Punkte abgezogen worden waren und doch das ein oder andere Mal noch die 9 zu lesen war. Sie begeisterten aber dafür in der Rumpflänge, die man bei vielen anderen Tieren vermissen konnte! Die Köpfe sind deutlich ramsiger zu fordern. Da ist auch die Tatsache, dass es sich hier um Häsinnen handelte keine Ausrede. Die ZG kam auf 377,5 Punkte. Leider fehlte grade in diesem Jahr Konkurrenz in diesem Farbenschlag, um Unterschiede zu anderen Linien im direkten Vergleich aufzuzeigen. Ein Tier mit 95,5 Punkten gab die Marschrichtung in Typ und Farbe vor und sollte Ansporn sein, weiter an dem Stamm zu arbeiten.

Die Thüringerfarbigen, aus vier Zuchten angetreten, waren mit insgesamt 13 Tieren noch am stärksten vertreten. Tobias Kopitz stellte die erste ZG vor, der aber ein „nb“ zum Verhängnis wurde. Eine Kahlstelle am Hinterlauf war die Begründung. Die Behänge waren wie bei dem ein oder anderen Schwarzen an der Untergrenze, so dass hier wichtige Punkte liegen blieben. Ein Tier mit 96 Punkten wies die Richtung auf.

Auch der in Sachen EW jahrelang erfahrene Hans Retzlaff ließ mit einem „nb“-Tier das Ergebnis der ZG hinfällig werden. Seinen Tieren fehlte es meines Erachtens am Größenrahmen und auch die Farben hätten noch kräftiger sein können. Beiden Zuchtgruppen fehlte es ebenfalls in der Körperform, um mit der Spitze mitzuhalten.

Wie es geht, machte im Anschluss daran Stefan Marquardt ein weiteres Mal vor. Mit einer Gesamtleistung von 385,5 Punkten inkl. zweimal 97, darunter nach Katalog einem Bundessieger, und je einmal 96,5 sowie 96 Punkten, wurde er unangefochten Deutscher Meister. Seine Tiere bestachen dabei in Körperform, Gesamteindruck inkl. Kopf sowie dunklen Abzeichen.

Dass am Schluss erschienene Einzeltier von Lothar Friedrich erschien wegen kaum wahrnehmbarer Abzeichen dagegen reichlich hell und somit war für Aussteller und Betrachter die vergebene 9 in der Farbe ein wenig geschmeichelt in Anbetracht der daneben gezeigten Qualität von Marquardt.

Das bunte Bild beschlossen eine verbliebene Schwarzschecke und zwei Thüringerschecken der ZG Wellnitz-Fritz. Die Tiere ließen noch Arbeitspotential in der Zeichnung erkennen, zeigten aber andererseits, dass auch seltene Farbenschläge relativ schnell auf das geforderte Gewicht kommen können, was ein Thema während der gesamten Schau bei den Gesprächen an den Käfigen war. Die Köpfe waren soweit zufriedenstellend, wenngleich der Behang hier und da noch länger hätte sein müssen, um mehr Punkte zu machen. Grade der thüringer-weiße Rammler hatte hier sichtlich Nachholbedarf, für seine erst sechs Monate aber war er gewichtlich noch im grünen Bereich.  Was Ramsung und Gesamteindruck betraf, konnte die thüringer-weiße Häsin bei der Durchsicht von allen dreien am meisten gefallen.

Die Anfänge zu mehr Aktivität scheinen also auch hier gemacht und das lässt für die Zukunft der Schecken hoffen. Weitere Züchter sind gerne willkommen und von Nöten, um auch die zweifarbigen Varianten weiter an das Niveau der einfarbigen Englischen Widder heranzuführen.

Alles in Allem waren die Tiere bestens und werbewirksam untergebracht, standen sie doch über einem Reihenwechsel und mit den auffälligen Schecken in einem der breiten Gänge hin zu den Fensterfronten. Während der gesamten Schau waren Züchter wie Besucher aus dem In- und Ausland damit beschäftigt, sich über die Rasse zu informieren, Fotos der Tiere zu machen, sich von deren kuscheligem Wesen zu überzeugen und so manches Tier wechselte an diesem Wochenende zum Wohle der Rasse nicht nur auf der Schau den Besitzer.

Der Ausstellungsleitung sei an dieser Stelle für ihre Weitsicht gedankt, die ZGs zusammen gelegt zu haben und einen Deutschen Meister auf die Engländer auszuspielen.

 

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Monday, February 1st 2010, 10:05pm

Endlich mal ein Artikel den auch jemand versteht der nicht so fest in der Materie ist!! Mehr davon, denn durch solche Berichte steigt das Interesse Rassekaninchenschauen auch beim "einfachen Volk".