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Mittwoch, 15. Dezember 2010, 15:30

Hopfen

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Hopfen (Humulus lupulus) –
weit mehr als blosse Bierwürze Hopfen verleiht dem Bier die bittere Würze und macht es dank seiner bakterienhemmenden Wirkung haltbar; dies ist die bekannte Seite des Hopfens. Weniger bekannt sind seine medizinischen Eigenschaften. Die Schlingpflanze aus der Familie der Hanfgewächse begleitet den Menschen seit der Steinzeit, wie Funde in Siedlungsresten zeigen. Damals diente er als wohl vor allem als Gemüse, denn die zarten Frühlingssprosse können wie Spargeln genossen werden. Die rauhen Blätter und Stengel sind denn auch für unsere Langohren ein gefundenes Fressen – gesund und stärkend. Hopfenblätter regen Leber und Galle an, fördern die Verdauung, und sie mehren die Milch. Aus diesem Grund wurden in früheren Zeiten Blätter und Ranken getrocknet dem Heu zugemischt und an Kühe und Ziegen verfüttert. Auch Kaninchenmütter fressen die milchanregenden Blätter gern. Es genügt, täglich ein bis zwei Blätter zu reichen.

Hopfen ist ein stärkendes Bittermitteln, appetitanregend und verdauungsfördernd. Die Blätter und Triebe verbessern die Nährstoffaufnahme, sie können bereits Jungtieren gereicht werden.

Hopfen hemmt Bakterien und Pilze, ist schmerzstillend und beruhigend. Dies macht ihn zu einem Mittel der Wahl bei Verletzungen und Verdauungsstörungen mit starken Schmerzen, die Kaninchen mit Zähneknirschen anzeigen. Aus diesem Grund sollte Hopfen in Beständen eingesetzt werden, wenn immer wieder Enteropathien auftreten. Die wertvolle Heilpflanze hilft hier bei Appetitlosigkeit und Kräftezerfall, wirkt antibiotisch und beruhigt den Verdauungstrakt.
Wurde bis ins Mittelalter die ganze Pflanze medizinisch genutzt, stehen heute die Früchte im Zentrum des Interesses. Die Hopfenzapfen werden im September geerntet. Unter den papierartigen Schuppen, die eigentlich Tragblätter der weiblichen Blüten sind, befinden sich gelbe Drüsen, die Harz mit Hopfenbittersäuren, ätherisches Öl, Gerbstoffe, Bitterstoffe, Flavonoide, und hormonartige Stoffe enthalten. Die Zapfen wirken beruhigend und schlaffördernd. Sie können den Langohren ebenfalls verfüttert werden, sind aber etwas weniger beliebt als die Blätter. Hopfenzapfen sind für Rammler ein Anaphrodisiakum, das heisst, sie dämpfen durch hormonähnliche Substanzen den Geschlechtstrieb. Auf Häsinnen haben sie keinen triebvermindernden Einfluss. Hopfen ist stimmungsaufhellend und soll Herz-Kreislaufkrankheiten vorbeugen; das macht ihn zu einem guten Beifutter für ältere Langohren. Aktuelle Studien zeigen ausserdem eine beachtliche Wirkung gegen verschiedene Krebszellen. Das lässt das alte Würzkraut für Bier in einem ganz neuen Licht erscheinen.

Hopfenöl mit faltenmindernder Wirkung macht die schönheitsbewusste Kaninchenzüchterin selber: Hopfenblüten in 1 dl Olivenöl einlegen, 2 Tage ziehen lassen. Blüten herausnehmen und durch frische ersetzen. Dies macht man einige Male bis das Öl mit Hopfenwirkstoffen gesättigt ist. Getrocknete Hopfenzapfen können als Schlaftee oder in ein kleines Kissen eingenäht als Schlafkissen verwendet werden.

 

Wir bedanken uns bei Ursula Glauser für diesen sehr guten Beitrag und die Fotos. Ergänzungen und weitere Bilder bitte an  webmaster@rkz-forum.de. Auch andere Beiträge zu Futter- Wild- und Kräuterpflanzen bitte an erwähnte  Mailadresse und wir werden diese dann hier veröffentlichen. Im weiteren Verlauf soll hier eine umfangreiche Sammlung zur Pflanzenkunde entstehen. Wir hoffen auf Eure Mitarbeit.

(C) 2010 Trägerverein Rassekaninchenzuchtforum e.V.

 

 

 
 

 


Klemens

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Mittwoch, 24. Juni 2015, 11:26

Hallo Ursula,
ist die anaphrodisierende Wirkung der Hopfendolden wieder reversiebel oder bleiben die Jungs nach der Verfütterung dauerhaft lustlos?

Gruß Klemens

uglauser

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Mittwoch, 24. Juni 2015, 15:55

Ich nehme an, dass es reversibel ist, habe es aber nie getestet. Der Geruch ist ja sehr stark und ich habe Zweifel, dass die Kaninchen sie gern fressen. Man kann aber zB Rammler, die markieren und so etwas lästig sind, mit Melisse oder -stärker- Mönchspfeffer beruhigen. Mönchspfeffer habe ich als Tinktur gegeben, da ich keinen im Garten habe: 10 Tropfen aufs Trinkwasser und etwa 3-4 Wochen lang geben. Ich habe immer einen tag Mönchspfeffer gegeben, dann 1 Tag nur Wasser, nächster Tag wieder Mönchspfeffer, etc. Der Rammler, der monatelang sein Sitzbrett besprenkelt hat, ist jetzt "trocken". _hasi4_

Klemens

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Mittwoch, 24. Juni 2015, 21:55

Mein Gedanke war dahin gehend, dass man junge Rammler vielleicht länger zusammen lassen kann. Es kommt auch vor dass Rammler vor lauter Trieb sehr unruhig sind und dann kaum noch aufs Gewicht kommen, vielleicht könnte man die etwas ruhiger stellen.
Die Wirkung des Hopfens müsste doch eigentlich auf den enthaltenen Phytoöstrogenen beruhen, die ja im Körper eigentlich auch wieder abgebaut oder ausgeschieden werden müssten, sonst könnten auch während eines weiblichen Zyklus keine Schwankungen der Hormonkonzentration auftreten.?

Gruß Klemens