Sie sind nicht angemeldet.

Lieber Besucher, herzlich willkommen bei: RKZ-Forum das Forum der Rassekaninchenzucht. Falls dies Ihr erster Besuch auf dieser Seite ist, lesen Sie sich bitte die Hilfe durch. Dort wird Ihnen die Bedienung dieser Seite näher erläutert. Darüber hinaus sollten Sie sich registrieren, um alle Funktionen dieser Seite nutzen zu können. Benutzen Sie das Registrierungsformular, um sich zu registrieren oder informieren Sie sich ausführlich über den Registrierungsvorgang. Falls Sie sich bereits zu einem früheren Zeitpunkt registriert haben, können Sie sich hier anmelden.

Kathi

Forummeister

  • »Kathi« ist weiblich
  • »Kathi« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 947

Realname: Katharina Halter

Wohnort: Bad Salzuflen

Beruf: Mediengestalterin Digital- u. Printmedien

Hobbys: Kaninchenzucht, Webdesign

Verein: W221 Schloß Holte -Stukenbrock

gezüchtete Kaninchenrassen: Zwergwidder, wildfarben

Ämter in unserer Organisation: Referentin für Öffentlichkeitsarbeit im KV Gütersloh, Webmaster, RFÖ und 2. Schriftführerin im Verein

  • Nachricht senden

1

Mittwoch, 30. März 2005, 17:18

Enzephalitozoon Cuniculi im Umlauf

Hallo liebe Mitglieder,

in anderen Foren habe ich gelesen, dass die Kaninchenkrankheit E.cuniculi im Umlauf ist. In welchem Gebiet kann ich leider nicht sagen. Die Krankheit ist noch unbekannt, aber soll hochansteckend und sehr gefährlich sein.

Hier ein kurzer Bericht:

Enzephalitozoon Cuniculi
(auch genannt: E.cuniculi, Schiefhals, HeadTilt)


Enzephalotozoon Cuniculi ist einer der Hauptverursacher von Kopfschiefhaltung und anderen neurologischen Störungen wie Lähmungserscheinungen der Hinterläufe, als auch der Vorderläufe (ohne dass es einen "Verletzungsgrund" dafür gibt), Gleichgewichtsstörungen und fehlende Koordination.

(->Weitere Ursachen von Kopfschiefhaltung sind Trauma im Kopfbereich durch Verletzung, Mittelohrentzündungen durch Pasteurellose (ansteckender Schnupfen) oder andere bakterielle Infektionen, Ohrmilben, Tumore, Viren, Fadenwürmer, Giftstoffe, degenerative Krankheiten, sogar Osteoporosis und auch fehlerhafte Ernährung (Vitamin B - Mangel)).

Rund 80% aller Kaninchen sollen mit dem Erreger infiziert sein, ohne dass es zu Gesundheitsstörungen kommt. So kann in einer Gruppe von Kaninchen ein Einzeltier erkranken, während alle Anderen gesund und munter sind. Ursache dafür könnte ein heruntergesetztes Immunsystem bei dem betreffenden Tier sein, also eine Folgeerkrankung oder eine Reaktion auf schlechte Haltungsbedingungen.

Ausgeschieden werden die Sporen des Erreger mit dem Urin erkrankter Tiere (Kaninchen, Mäuse, Ratten, Meerschweinchen, Hamster, Hunde, Katzen ... sogar der Mensch). Diese Sporen werden durch verunreinigte Nahrung wieder aufgenommen. Allein schon das Schnüffeln an verunreinigter Nahrung kann zur Aufnahme des Erregers führen. Erkrankte schwangere Häsinnen können den Erreger schon im Mutterleib an ihre Jungen weiter geben. Menschen mit herabgesetzten Immunsystem wie bspw. HIV-infizierte, sind ebenfalls gefährdet von dem Erreger angesteckt zu werden. Bei dieser Erkrankung handelt es sich deshalb um eine Zoonose.

Werden die Sporen aus dem Urin erkrankter Tiere aufgenommen, so gelangen diese über den Verdauungstrakt in den Darmbereich. Dort dringt das Zellinnere der Sporen in die Darmzellen der Tiere ein, um sich dort zu vermehren. Danach gelangen die Erreger in die Blutbahn und infizieren den ganzen Körper, besonders aber Gehirn und Nieren.


Krankheitserscheinungen beim Kaninchen:

Bei einer akuten Erkrankung kommt es zur plötzlichen Kopfschiefhaltung des Kaninchens. Es treten massive Koordinationsstörungen auf, das Tier dreht sich ständig um seine eigene Achse oder verbiegt seinen Kopf krampfartig. Auch Lähmungserscheinungen sind möglich. In seltenen Fällen kommt es zum Schockzustand und dann zum plötzlichen Tod.
Bei einer chronischen Erkrankung kann es zu überhaupt keinen Symptomen kommen, d. h. das Tier weist lediglich ein gestörtes Allgemeinbefinden auf ohne sichtbar erkrankt zu sein.
Ebenfalls möglich ist es, dass sich nach einer überstandenen akuten Erkrankung eine chronische Erkrankung anschließt, da die Therapie den Erreger nicht völlig "vernichten" kann. In diesem Falle ist das Befinden des Tieres wie bei der Pasteurellose stark am Allgemeinzustand gekoppelt. Kommt es aus irgendeinem Grunde zu einer Schwächung des Immunsystems, z. B. durch Stress oder schlechtem Wetter oder einer anderen Erkrankung, können wieder neurologische Störungen auftreten.

Diagnose :

Bei akuten Fällen wird normalerweise anhand der Symptome diagnostiziert und sofort mit einer konventionellen Antibiotikabehandlung begonnen. Sicher lässt sich der Erreger nur über eine Blutprobe nachweisen. Diese wird aus dem Ohr entnommen. Darin lassen sich die Sporen des Erregers eindeutig nachweisen. Jedoch wurde bei neuesten Untersuchungen in den USA herausgefunden, dass allen E.cuniculi Fällen gemein außerordentlich erhöhte Nierenwerte waren, womit eine Diagnose indirekt über den Urin erfolgen könnte.

Behandlung:

Diese besteht meistens immer noch einfach nur aus Antibiotika, entzündungshemmenden Mitteln (Cortison), Vitamin-B-Komplex, sowie Infusionen bei starkem Flüssigkeitsverlust.

Da E.-cuniculi Protozoon (Einzeller) sind, reagieren sie nicht genauso auf Antibiotika wie Bakterien. Jedoch bewirken Antibiotika wie z. B. Tetracyclin oder Chloromycetin eine Verbesserung oder Stabilisierung des Zustandes. Im Wesentlichen liegt bei dieser Therapie der Hauptjob der Zerstörung des E.cuniculi beim Immunsystem des Tieres. In einigen Fällen führt diese Therapie sogar bis zu einer fast vollständigen Heilung der Symptome. Fast vollständig bedeutet, dass meist ein kleiner Rest der Nervenstörung oder Koordinationsstörung zurück bleibt.

Wie schon erwähnt sprechen Antibiotika eigentlich nur Bakterien an. E. cuniculi ist seines Zeichens jedoch ein einzelliger Parasit. So kamen amerikanische Forscher auf die Idee, eine Therapie mit einem Wurmmittel namens Albandezol zu versuchen. Albandezol stammt aus der Hummanmedizin und wird eingesetzt um tropische Wurminfektionen zu bekämpfen. Da Enzephalotozoon Cuniculi auch bei Menschen mit stark beeinträchtigtem Immunsystem (Aids) vorkommt, wird es dort ebenfalls mit Albandezol behandelt.

Die Ergebnisse dieser Forscher waren sehr ermutigend. So berichtete ein Kaninchenbesitzer, unmittelbar nach Beginn der Behandlung sei es zu einer geringfügigen Verbesserung und vom 5. Tag der Behandlung an, zu einer definitiven Verbesserung der motorischen Fähigkeiten und des emotionalen Befindens, einschließlich höheren Appetits gekommen.

Der amerikanische Tierarzt empfiehlt sogar, Tiere mit erhöhten Nierenwerten (was auf eine Infektion mit E. cuniculi im chronischen Status hinweist), vorsorglich mit Albendozol zu behandeln.


Hoffe es ist bei noch keinem von euch aufgetreten.

Gut Zucht.

LG
Princesslaia
Nur der Unwissende wird böse, der Weise versteht.
(indische Weisheit)

AlexandraT

unregistriert

2

Donnerstag, 31. März 2005, 11:20

RE: Enzephalitozoon Cuniculi im Umlauf

Zitat

Original von Princesslaia
Enzephalitozoon Cuniculi
(auch genannt: E.cuniculi, Schiefhals, HeadTilt)



Hallo

Hier stört mich was. Schiefhals und Head Tilt sind nicht Synonyme für die Encephalitozoonose. Und E. cuniculi ist der Erreger und nicht die Krankheit.

Head Tilt ist eine "Zusammenfassung" diverser Symptome die aber auch bei Ohrmilben, bakteriellen Sachen wie der Pasteurellose etc. vorkommen können.

Schiefhals ist eigentlich auch eine Symptombezeichnung und kann unterschiedliche Ursachen haben.

Unbekannt ist die Krankheit in keinster Weise. Leider nicht.
Head Tilt hatte ich auch schon im Stall als Folge einer Pasteurellose.

Head Tilt wird zudem auch in anderen Bereichen eingesetzt als Fachbegriff und muss nicht unbedingt mit einer Krankheit zu tun haben.

Lieben Gruss
Alexandra

Kleinrex

unregistriert

3

Donnerstag, 31. März 2005, 18:57

head tilt

Habe einen Schiefhals bei einer Häsin nach Mittelohrentzündung.
Samthase

Sabine Weinert

unregistriert

4

Samstag, 2. April 2005, 09:10

Hallo,

wer noch weitere Infos haben möchte kann gerne unsere HP www.headtilt.de besuchen.
Erstaunlich ist, dass die Krankheit e.cuniculi in der Rassezucht kaum verbreitet ist. Aber bei den "Hobbyzüchtern bzw. Zoogeschäftslieferanten" fest in den Beständen verankert scheint.

LG, Sabine

Kathi

Forummeister

  • »Kathi« ist weiblich
  • »Kathi« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 947

Realname: Katharina Halter

Wohnort: Bad Salzuflen

Beruf: Mediengestalterin Digital- u. Printmedien

Hobbys: Kaninchenzucht, Webdesign

Verein: W221 Schloß Holte -Stukenbrock

gezüchtete Kaninchenrassen: Zwergwidder, wildfarben

Ämter in unserer Organisation: Referentin für Öffentlichkeitsarbeit im KV Gütersloh, Webmaster, RFÖ und 2. Schriftführerin im Verein

  • Nachricht senden

5

Samstag, 2. April 2005, 11:23

@Sabine Weinert:

Ja, stimme dir zu. Ich habe die Information auch aus einem Forum, wo fast nur "normale" Kaninchenhalter vertreten sind. Dort scheint diese Krankheit weit verbreitet zu sein. Denn es schreiben viele über die Sympthome Kopfschiefhaltung usw. . Dachte mir aber, dass es auch für die Züchter wichtig ist, ein wenig über die Krankheit zu erfahren. Falls es dann doch in einer Zucht auftritt.

LG
Princesslaia :-)

Separator

Foriker

  • »Separator« ist männlich

Beiträge: 118

Wohnort: Radeberg

Hobbys: Kleintierzucht, Alles rund ums Fahrrad, Wandern

Verein: S 643 Radeberg eV

gezüchtete Kaninchenrassen: Weißgrannen, havannafarbig / Holländer, blau-weiß und feh-weiß

Ämter in unserer Organisation: Schriftführer; stellv. Vorsitzender; 2. Vorsitzender im Territorialverband Sebnitz u.a.

  • Nachricht senden

6

Samstag, 2. April 2005, 17:10

Hallo,

mein Bruder hatte bei seinen Holländern auch schon einmal ein Tier mit Schiefhals. Die Ursache dafür waren laut Tierarzt Ohrmilben, wie auch Alexandra schon mit erwähnt hat. Aber es ist auch wieder weggegangen.

MfG Jens

hwbluemoon

unregistriert

7

Samstag, 18. Juli 2009, 15:21

Stolperkaninchen

hallo zusammen, wir haben ein jungkaninchen (deutscher riese) von ca 6 wochen, der seit gestern den kopf schief hält und im käfig umherstolpert. seine geschwister sind gesund. auch futter nimmt es ab. was ist das?



bitte um hilfe



grüssle heike

Kai

Forumurgestein

  • »Kai« ist männlich

Beiträge: 7 708

Realname: Kai Sander

Wohnort: Lemgo

Beruf: Raumausstattermeister

Hobbys: Kaninchen, Windsurfen

Verein: W147, W156, Widderclub Ostwestfalen W609, PR Gr Bielefeld

gezüchtete Kaninchenrassen: DklW blau-weiß, Zwergwidder-Angora weiß BlA

Ämter in unserer Organisation: ein paar

  • Nachricht senden

8

Samstag, 18. Juli 2009, 17:07

Hallo Heike,
ich habe deinen Beitrag mal in die passende Stelle kopiert,
lies mal weiter oben.
Gruß Kai
Fehler machen ist menschlich,
dazu stehen zeugt von Größe,
wer sie nur bei Anderen sucht, tut mir nur Leid.

hwbluemoon

unregistriert

9

Samstag, 18. Juli 2009, 18:31

hallo kai,

habe mir den artikel kopiert und ausgedruckt, werde am montag(hoffentlich ist es nicht zu spät) zum tierarzt gehen. ist das vererblich? weil, der kleine riese nicht bei seiner mama aufwächst, sondert bei einer lux-rex mutter. wir mussten etwas verteilen, weil es ein zu großer wurf war.

wasser, heu und futter wird jeden tag frisch gereicht und gemistet wird bei uns im sommer alle 8 tage. das ganze ist mit echt ein rätsel.

grüssle heike ?(

10

Samstag, 18. Juli 2009, 21:26

Hallo Heike.

Der Artikel von headtilt.de ist sehr gut um die Krankheit kennenzulernen und die Symptome besser einschätzen zu können.

Er ist jedoch von Haltern für Halter geschrieben. Ein Heimtier wird u. U. mit allen Mitteln am Leben erhalten. Bei einer Rassezucht ist es jedoch wichtiger den Bestand gesund zu erhalten.

Die Krankheit ist natürlich nicht erblich, sie wird von einem Einzeller verursacht. Aber sie ist ansteckend und rel. leicht über den Urin übertragbar. Es ist keine Heilung möglich, die Krankheit kann immer wieder ausbrechen; abhängig von dem Grad der Immunität. Mit Medikamenten kann dem Tier nur Linderung und Syptomfreiheit verschafft werden; in jeder Stresssituation kann sie wieder zum Vorschein kommen.

Heimtier-Kaninchen sind teilweise zu 80 % befallen, bei Zuchttieren sollen es nur 5 % sein. Bei sachgemäßem Verhalten kann man vermeiden, daß der Durchseuchungsgrad steigt.

Das nur noch zur weiteren Information vor dem Gang zum Tierarzt.

Aber noch was anderes. Bei so jungen Tieren kommt die Krankheit fast nie vor. Da ist ev. eine Mittelohrentzündung viel wahrscheinlicher.

Auf alle Fälle zum TA und sich Klarheit verschaffen.

Viel Glück und Grüße
Karl

Ricardo Laubinger

unregistriert

11

Samstag, 18. Juli 2009, 22:33

Mein Gott, was für Krankheiten tauchen denn noch alles auf? So langsam kann man ja Angst bekommen. Wenn ich lese das so etwas auch den Menschen übertragbar ist, mache ich mir schon meine Gedanken. Schließlich sind meine Kinder ja auch oft mit im Stall und helfen mir bei Ausmisten und Füttern usw. :(

Sivana

Fortgeschrittener

  • »Sivana« ist weiblich

Beiträge: 275

Wohnort: Walldorf

Beruf: Gesundheitspädagogin

Verein: H230, 9D1

gezüchtete Kaninchenrassen: Deutsche Kleinwidder whg, Belgische Bartkaninchen

  • Nachricht senden

12

Samstag, 18. Juli 2009, 23:12

Hallo,

wir hatten vor 3 Jahren mal einen jungen Zwergwidder mit einem Schiefhälschen. Er wurde schon bei den ersten Symptomen behandelt mit Wurmmittel und Baytriel. Bei ihm ist es damals wieder weg gegangen und die beiden noch im Stall sitzenden Wurfgeschwister bekamen die Krankheit nicht. Allerdings hatten wir das Tier dann nicht zur Zucht eingesetzt sondern als Haushäschen an Bekannte verschenkt.

hwbluemoon

unregistriert

14

Donnerstag, 23. Juli 2009, 13:34

hallole,

so jetzt ist alles geklärt. war mit den kaninchen beim tierarzt.... und es hat e.c. bekommt jetzt 1 woche antibiothika und 2 wochen ein parasitenmittel eingeflösst. da es noch sehr klein ist, besteht sehr gute chancen zur völligen genesung. werde mit dem kaninchen aber auf keinen fall züchten, gibt ein spielhase für kinder.

was mich verwundert hat, ist, dass ca 80% aller kaninchen den erreger in sich haben, aber es nur bei einem geringen %-teil es ausbricht. zum beispiel ein einer imunschwäche. lasse von der mutter und den 3 geschwister eine blutprobe untersuchen, weil, wenn diese den errger auch haben, kann ich mit dieser linie nicht weiterzüchten. das wäre sehr schade, weil ich die häsin gedeckt von einem sehr guten züchter gekauft habe.

was ich auf jeden fall empfehlen kann ist die tierärztin dr. linon aus bretten.



grüssle heike :rabbit7:

15

Freitag, 24. Juli 2009, 18:22

Hallo Heike,

für mich sieht es nicht geklärt aus.

Deinem Text kann man ziemlich sicher entnehmen, daß Du Dich seit Samstag nicht
sehr viel weiter informiert hast. Die leicht verständliche Zusammenfassung auf
den Seiten 41 und 42 der Powerpointpräsentation zur Weiterbildung der TA von
Prof. Dr. T. Göbel hast Du sicher nicht verinnerlicht.

Dein Vorgehen finde ich sehr unüberlegt.

Das Kaninchen scheint Dir so krank, dass Du es nicht zur Weiterzucht verwenden
willst. Trotzdem gibst Du es mit allen genannten und bekannten Risiken an
Halter weiter. Womöglich welche, die Kinder haben und die meist sowieso damit
weiterzüchten, trotz aller vorherigen Versprechen. Mir kommt diese Geschichte
von der wundersamen Heilung sehr seltsam vor. Einmal ist der Ausbruch der
Krankheitssymptome sehr früh gegenüber den bekannten Inkubationszeiten,
andererseits ist die Heilungschance nach T. Göbel noch sehr vage.

Was, wenn durch dieses Kaninchen tatsächlich ein Mensch infiziert wird? Dein gut gemeintes, wie du findest, tierliebes Verhalten,
trägt auch dazu bei, dass der Durchseuchungsgrad bei Heimtierkaninchen schon bei 80 % liegt.

Wir als organisierte Züchter stehen in der Verantwortung für unsere Tiere und
auch schnell in der Kritik der Öffentlichkeit. Auch wenn man lieber Tiere abgibt als sie zu
schlachten, in solchen Fällen gibt es keine Alternative dazu. Du gefährdest
deinen eigenen Ruf und auch den von anderen Züchtern. Du gefährdest Deine, sowie auch die Tiere anderer.

Das ist meine Ansicht, andere sehen es u. U. anders.

Gruß
Karl

16

Freitag, 24. Juli 2009, 20:43

Hallo Karl,
du hast meine volle Zustimmung. Sehr gut geschrieben.
Ich möchte gerne diesen Gedanken noch ergänzen.....
Du gefährdest Deine, sowie auch die Tiere anderer.

....du gefährdest auch die Kinder derjenigen, denen du das "arme Kuschelhäschen" aufs Auge drückst.

Meine Meinung.

17

Freitag, 24. Juli 2009, 21:03

Ich hatte es vor vier oder fünf Jahren im Stall. Die Tiere stammten von einer Häsin, es wiederholte sich im zweiten Wurf, letztlich wurden sowohl die Jungtiere als auch die Elterntiere getötet. Es ist eine Empfehlung. Ich würde mich nicht darauf verlassen, dass nur Personen mit einem schwächeren Immunssystem - siehe HIV - betroffen sind. Das ist auch bei Kindern der Fall.

MfG Fred

Patrick

Forenneuling

  • »Patrick« ist männlich

Beiträge: 28

Wohnort: Ortenberg-Lißberg

Hobbys: Kaninchen, Musik

Verein: H 302 Bleichenbach

gezüchtete Kaninchenrassen: Satin Thüringer, Zwergwidder thüringer-fbg. , Farbenzwerge thüringer-fbg., Zwergsatin thüringer

  • Nachricht senden

19

Sonntag, 26. Juli 2009, 23:36

Hallo an alle,

jetzt will ich auch mal meine Meinung äußern, da ich mich lange in meinem Praktikum mit dem Thema E.cuniculi auseinandergesetzt habe und ja auch Tiermedizin studieren will. Es ist soweit richtig, dass ein sehr großer Prozentteil aller Kaninchen den Erreger in sich tragen, aber es nur bei sehr wenigen zum Ausbruch kommt. Es besteht auch die Möglichkeit dass der Erreger auf den Menschen übertragen wird. Aber ACHTUNG!!! Es besteht kein Grund zur Sorge, da es beim Menschen ähnlich wie beim Kaninchen nur bei Immunschwäche vorkommt. Das heisst dass ein Mensch nur angesteckt werden kann, wenn ein geschwächtes Immunsystem vorliegt ähnlich wie bei einem HIV-Infizierten.

Jetzt noch zu der Behandlung: Viele Tierärzte diagnostizieren bei einer Kopfschiefhaltung meistens Mittelohrentzündung. Falls aber doch mal es E.cuniculi ist dann ist das Kopf schiefhalten nur ein Symptom. Ein weiteres tritt in einer Stresssituation auf, nämlich das Tier verkrampft den ganzen Körper. Ein Tipp: Bitte nicht ausprobieren, bei Befall!!! Ich empfehle für die Behandlung Antibiotika UND Panacur. Panacur kann auch zur Vorbeugung verabreicht werden. Panacur ist glaube ich nicht für Kaninchen erhältlich. Ich nehme immer das für Hunde. Es ist aber nur beim Tierarzt erhältlich.

Patrick

20

Montag, 27. Juli 2009, 07:59

Ein "geschwächtes Immunsystem" liegt sicherlich nicht nur bei HIV Patienten vor, sondern bei auch bei Kleinkindern, alten Menschen und chronisch Kranken. Wir reden also hier nicht über eine mal eben überschaubare Menschengruppe, sondern über ganze Teile unserer Gesellschaft!
Mag ja sein, dass Einige hier ihren Tieren sehr verfallen sind und ebenso ist es wenig strittig, dass einem tierarzt die Behandlung eines solchen Tieres finanziell deutlich mehr bringt als die schadlose Entsorgung, aber man sollte nicht so verblendet sein, ein Tierleben über das eines Menschen zu stellen! Selbst wenn es sich nur um eine potentielle Gefährdung handelt.

Zoonosen (siehe Schweinegrippe, Vogelgrippe, Fuchsbandwurm,Tollwut ...) sind kein Scherz!!

Ich habe für Schiefkopfkaninchen-Behandler absolut kein Verständnis!!! (Komischerweise fackelt "mein" TA da auch nicht lang)